Musikwerkstatt
Von Klasse 5–13 alles im Blick
Erklärung: So heißen die Töne und so liest man sie
Stammtöne
Die sieben Stammtöne heißen c, d, e, f, g, a, h. Sie liegen auf den weißen Tasten. Nach h beginnt die Reihe wieder mit c – eine Oktave höher. (Im Englischen und auf vielen Apps heißt unser h „B“ und unser b „B♭“.)
Oktavlagen
Damit man weiß, welches c gemeint ist, bekommt jede Oktave einen eigenen Namen. Man schreibt die Töne mit Groß- oder Kleinbuchstaben und mit Strichen:
| Oktave | Schreibweise | international | auf der Klaviatur |
|---|---|---|---|
| große Oktave | C D E F G A H | C2 … B2 | ganz links (beginnt hier mit E) |
| kleine Oktave | c d e f g a h | C3 … B3 | links von der Mitte |
| eingestrichene Oktave | c′ d′ e′ f′ g′ a′ h′ | C4 … B4 | c′ liegt in der Mitte |
| zweigestrichene Oktave | c″ d″ e″ f″ g″ a″ | C5 … A5 | rechts |
Die internationale Schreibweise (C4, F♯4 …) findest du z. B. auf dem iPad; dort ist c′ = C4.
Im Notensystem
Das Notensystem hat fünf Linien. Noten stehen auf einer Linie oder in einem Zwischenraum, und jede Position ist ein Stammton weiter. Für höhere oder tiefere Töne werden kurze Hilfslinien ergänzt.
Der Violinschlüssel ist ein G-Schlüssel: Seine Schnecke umschließt die Linie, auf der g′ liegt (zweite Linie von unten). Die Linien von unten heißen e′ g′ h′ d″ f″ („Es geht hurtig durch Fleiß“), die Zwischenräume f′ a′ c″ e″.
Der Bassschlüssel ist ein F-Schlüssel: Seine zwei Punkte umschließen die Linie des f (vierte Linie von unten). Die Linien von unten heißen G H d f a, die Zwischenräume A c e g. Das c′ liegt zwischen beiden Systemen: eine Hilfslinie unter dem Violinschlüssel oder eine Hilfslinie über dem Bassschlüssel – dieselbe Taste.
Vorzeichen: erhöhte und erniedrigte Töne
Ein Kreuz ♯ erhöht einen Stammton um einen Halbton; der Name bekommt die Endung -is: cis, dis, eis, fis, gis, ais, his. Ein b ♭ erniedrigt um einen Halbton; der Name bekommt die Endung -es: ces, des, fes, ges. Drei Ausnahmen, weil sie sich besser sprechen lassen: es (nicht „ees“), as (nicht „aes“) und b (nicht „hes“). Ein Auflösungszeichen ♮ hebt ein Vorzeichen wieder auf.
Meist landet man mit einem Vorzeichen auf einer schwarzen Taste. Jede schwarze Taste hat deshalb zwei Namen, z. B. fis′ und ges′ – gleiche Taste, gleicher Klang, verschiedene Schreibweise. Man nennt das enharmonische Verwechslung. Vier Vorzeichen-Töne landen auf weißen Tasten: eis = f, fes = e, his = c, ces = h.
Erklärung: Notenwerte, Taktarten und Rhythmus
Eine Note sagt nicht nur, welcher Ton klingt, sondern auch, wie lange. Das zeigt ihr Aussehen: Ob der Kopf hohl oder gefüllt ist, ob sie einen Hals hat und wie viele Fähnchen oder Balken daran hängen.
Notenwerte und Pausen
| Note | Pause | Name | Dauer | Zählen (im 4/4) |
|---|---|---|---|---|
| Ganze | 4 Schläge | 1 – 2 – 3 – 4 | ||
| Halbe | 2 Schläge | 1 – 2 | ||
| Viertel | 1 Schlag | 1 | ||
| Achtel | ½ Schlag | 1 + | ||
| Sechzehntel | ¼ Schlag | 1 e + e |
Jeder Wert ist halb so lang wie der davor: Eine Ganze dauert so lange wie zwei Halbe, vier Viertel, acht Achtel oder sechzehn Sechzehntel. Mehrere Achtel oder Sechzehntel nebeneinander werden mit Balken verbunden statt mit Fähnchen – immer so, dass man die Schläge erkennt.
Punktierung
Ein Punkt hinter der Note verlängert sie um die Hälfte ihres Wertes: Die punktierte Halbe dauert 3 Schläge (2 + 1) und die punktierte Viertel 1½ Schläge (1 + ½).
Taktarten
Die Taktart steht am Anfang als Bruch: Die obere Zahl sagt, wie viele Schläge in einen Takt passen, die untere, welcher Notenwert ein Schlag ist.
| Taktart | Bedeutung | Betonung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 4/4 | vier Viertel pro Takt | 1 schwer, 3 halbschwer | die meisten Pop- und Rocksongs |
| 3/4 | drei Viertel pro Takt | 1 schwer, 2 und 3 leicht | Walzer, „Happy Birthday“, „Kein schöner Land“ |
| 6/8 | sechs Achtel pro Takt, in zwei Dreiergruppen | 1 und 4 betont – man fühlt zwei Schläge | „Greensleeves“, „House of the Rising Sun“, „Nothing Else Matters“ |
3/4 und 6/8 enthalten beide sechs Achtel, aber die Gruppen sind anders: im 3/4 drei Zweiergruppen (1 + 2 + 3 +), im 6/8 zwei Dreiergruppen (1 2 3 4 5 6). Die Balken zeigen das.
Triolen
Eine Triole teilt einen Schlag in drei gleiche Teile statt in zwei: Drei Achtel mit einer 3 darüber dauern zusammen so lange wie eine Viertel. Man zählt „1 – o – le“.
Erklärung: So bestimmt man Intervalle
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Man bestimmt es in zwei Schritten: erst grob, dann fein.
Schritt 1 – Grobbestimmung: Stammtöne zählen
Zähle die Stammtöne vom unteren bis zum oberen Ton, beide mitgezählt. Der Ausgangston ist die 1. Beispiel c′ → e′: c (1), d (2), e (3) – das ist eine Terz. Vorzeichen spielen in diesem Schritt noch keine Rolle.
| Töne | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Name | Prime | Sekunde | Terz | Quarte | Quinte | Sexte | Septime | Oktave |
Schritt 2 – Feinbestimmung: Halbtöne zählen
Zähle auf der Klaviatur die Halbtonschritte vom unteren zum oberen Ton – jede Taste zählt, ob weiß oder schwarz. Die Zahl der Halbtöne entscheidet, ob ein Intervall rein, groß oder klein ist.
Prime, Quarte, Quinte und Oktave gibt es als reine Intervalle. Sekunde, Terz, Sexte und Septime gibt es als große und kleine – die kleine hat einen Halbton weniger als die große.
| Intervall | Halbtöne | Beispiel ab c′ | Hörhilfe (Liedanfang) |
|---|---|---|---|
| reine Prime | 0 | c′ – c′ | gleicher Ton |
| kleine Sekunde | 1 | c′ – des′ | Der weiße Hai |
| große Sekunde | 2 | c′ – d′ | Alle meine Entchen |
| kleine Terz | 3 | c′ – es′ | Kuckuck, Kuckuck (abwärts) |
| große Terz | 4 | c′ – e′ | Oh, when the Saints |
| reine Quarte | 5 | c′ – f′ | O Tannenbaum |
| Tritonus (überm. Quarte / verm. Quinte) | 6 | c′ – fis′ / c′ – ges′ | The Simpsons |
| reine Quinte | 7 | c′ – g′ | Morgen kommt der Weihnachtsmann |
| kleine Sexte | 8 | c′ – as′ | Love Story |
| große Sexte | 9 | c′ – a′ | My Bonnie is over the Ocean |
| kleine Septime | 10 | c′ – b′ | Somewhere (West Side Story) |
| große Septime | 11 | c′ – h′ | Take On Me (Refrain) |
| reine Oktave | 12 | c′ – c″ | Somewhere over the Rainbow |
Ein Halbton mehr als rein oder groß heißt übermäßig, ein Halbton weniger als rein oder klein heißt vermindert. Die übermäßige Quarte und die verminderte Quinte umfassen beide sechs Halbtöne und heißen Tritonus.
Erklärung: So funktionieren Dur- und Moll-Dreiklänge
Ein Dreiklang besteht aus drei Tönen: dem Grundton, der Terz und der Quinte. Man baut ihn, indem man zwei Terzen übereinanderschichtet. Im Notensystem sieht das aus wie ein Schneemann: Alle drei Noten liegen auf Linien oder alle drei in Zwischenräumen.
Dur oder Moll?
Der Unterschied liegt allein im mittleren Ton, der Terz. Die Quinte ist in beiden Fällen rein (7 Halbtöne).
| untere Terz | obere Terz | Halbtöne | Beispiel | |
|---|---|---|---|---|
| Dur | große Terz | kleine Terz | 4 + 3 | c′ – e′ – g′ (C-Dur) |
| Moll | kleine Terz | große Terz | 3 + 4 | c′ – es′ – g′ (c-Moll) |
Namen
Dur-Dreiklänge schreibt man mit großem Buchstaben (C-Dur, Es-Dur, Fis-Dur), Moll-Dreiklänge mit kleinem (a-Moll, es-Moll, fis-Moll). Der Buchstabe ist immer der Grundton.
Zusatz: vermindert und übermäßig
Schichtet man zwei kleine Terzen (3 + 3 Halbtöne), entsteht ein verminderter Dreiklang; zwei große Terzen (4 + 4) ergeben einen übermäßigen. Beide kommen seltener vor und klingen spannungsreich.
Erklärung: Die einfache Kadenz
Eine Kadenz ist eine feste Folge von Akkorden, die eine Tonart festlegt und einen musikalischen Abschnitt abschließt. Die einfache Kadenz benutzt nur die drei Hauptdreiklänge einer Tonart.
Stufen
Auf jedem Ton der Tonleiter kann man einen Dreiklang bauen. Man nummeriert sie mit römischen Zahlen: I. Stufe auf dem ersten Ton, II. auf dem zweiten und so weiter. Die wichtigsten sind die I., IV. und V. Stufe – in C-Dur die Dreiklänge C, F und G.
Funktionen
| Stufe | Funktion | Zeichen | Wirkung | in C-Dur |
|---|---|---|---|---|
| I | Tonika | T | Ruhe, „zu Hause“ | C (c–e–g) |
| IV | Subdominante | S | bewegt sich weg | F (f–a–c′) |
| V | Dominante | D | Spannung, drängt zurück zur Tonika | G (g–h–d′) |
Die einfache Kadenz lautet T – S – D – T (I – IV – V – I): C – F – G – C. In G-Dur heißt sie G – C – D – G, in F-Dur F – B – C – F.
Kadenz in Moll
In Moll sind Tonika und Subdominante Moll-Dreiklänge (kleingeschrieben: t und s). Die Dominante wird meistens als Dur-Dreiklang gespielt, weil ihre Terz dann als Leitton zur Tonika zieht: t – s – D – t, in a-Moll Am – Dm – E – Am.
Akkordsymbole
Über Noten und in Songbooks stehen Akkorde als kurze Symbole: ein Großbuchstabe für Dur (C, G, B♭), ein angehängtes m für Moll (Am, Dm). Im Deutschen schreibt man Moll-Akkorde auch einfach klein (a, d). Für unser h steht international B, für unser b steht B♭.
Erklärung: Das Blues-Schema
Der 12-Takt-Blues ist die häufigste Form im Blues und steckt auch in unzähligen Rock-, Pop- und Jazzstücken. Er besteht aus 12 Takten in drei Zeilen zu je vier Takten und benutzt nur die drei Hauptdreiklänge I, IV und V – dieselben wie in der Kadenz.
| Zeile | Takt 1 | Takt 2 | Takt 3 | Takt 4 | in C |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | I | I | I | I | C7 · C7 · C7 · C7 |
| 2 | IV | IV | I | I | F7 · F7 · C7 · C7 |
| 3 | V | IV | I | I | G7 · F7 · C7 · C7 |
Die drei Zeilen passen zum Text eines Blues: Die erste Zeile stellt etwas fest, die zweite wiederholt sie, die dritte antwortet darauf (AAB-Form).
Septakkorde
Im Blues werden die Akkorde meist als Septakkorde gespielt: Zum Dreiklang kommt die kleine Septime dazu (10 Halbtöne über dem Grundton). C7 ist also c–e–g–b. Das klingt rauer und „bluesiger“ – man kann das Schema aber genauso mit einfachen Dreiklängen spielen.
Varianten
Quick Change: Schon im 2. Takt kommt die IV. Stufe. Turnaround: Im letzten Takt steht die V. Stufe, damit es zurück zum Anfang zieht. Beide kannst du unten einschalten.